DELDORADO
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Titelmodel August 2010
Unser Titelmodel ist die Gewinnerin der aserbaidschanischen Castingshow „Yeni Ulduz“. Hierzulande kennt man Safura besser als heiß gehandelte Konkurrentin von Lena beim Eurovision Song Contest. Der Ausgang ist bekannt, doch die 17-Jährige mit dem exotischen Namen wie aus „Tausendundeine Nacht“ kämpft weiter um Aufmerksamkeit. Mehr über Safura auf Seite 41.

Bild: Zaphire Group

 

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Eine Welt in Orange

Vom Hotel Mama in die eigene Bude

th_homestory_01.jpgZum zweiten Mal hat sich das Deldorado im Rahmen der Homestory-Serie bei Markus Weise daheim umgesehen. Schließlich ist der stadtbekannte Parodist vom Hotel Mama in die eigenen vier Wände gezogen. In Bezug auf die Einrichtung hat er seiner Kreativität zwischen Ikea und 70er-Jahre-Look freien Lauf gelassen. Allerdings lässt er sich immer noch bekochen.

„Ich bin alt genug“, dachte sich Markus Weise vor etwa einem Jahr, nachdem er kurz vor dem Ende seines Bachelor-Studiums in Hannover stand. Eine eigene Bude musste her. Doch die Suche gestaltete sich schwieriger als gedacht. Der Delmenhorster, der neben dem Sonderpädagogikstudium mit Schwerpunkt Holztechnik noch in zwei Delmenhorster Jugendhäusern jobbt, hörte von seiner Kollegin, dass in ihrer Nachbarschaft eine Wohnung frei sei. Tschüss Hotel Mama, hallo Düsternort, hieß es dann für den Parodisten, den die meisten von seinen Auftritten beim Ganderkeseer Karneval kennen.

th_homestory_02.jpg„Meine Freunde haben die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, als sie hörten, dass ich nach Düs­ternort ziehe. Aber es ist hier längst nicht mehr so schlimm, wie es früher einmal war.“ Der 27-Jährige wohnt nun in einer frisch renovierten Wohnung, die zwar von außen immer noch nicht wirklich schön aussieht, deren Fassade und das Treppenhaus demnächst aber auch einen neuen Anstrich bekommen sollen. Zudem liege sein Heim günstig zwischen Jugendzentren, Innenstadt und dem Theater, und auch ein Supermarkt ist gleich gegenüber. Dabei kauft Markus meist gar nicht selbst ein: „Meine Freundin Saskia nimmt mir viel ab“, gibt er zu. Aha, vom Hotel Mama ist er also ins Hotel Freundin gezogen. Denn die 23-Jährige kocht auch meist. „Das kann ich gar nicht. Ich könnte zwar überleben, aber ein Feinschmeckerlokal könnte ich mit meinen Kochkünsten nicht eröffnen. Eigentlich nicht mal einen Imbiss.“ Wenn er nach Hause kommt, stehe das Essen meist schon auf dem Tisch. „Fast wie bei Muttern“, sagt er mit einem schelmischen Grinsen. Beim Spülen hilft er dann aber doch mit. Und im Aufräumen ist er ganz groß: „Ich bin etwas pingelig und mag es nicht, wenn Sachen herumliegen. Dann muss ich alles sofort wegräumen.“

Viel Zeit verbringt er in der Wohnung aber nicht, denn schließlich sind Markus’ Tage lang: Morgens um fünf muss er aus den Federn, weil er mit dem Zug nach Hannover zum Studieren fährt. Der ehrgeizige und immer aktive Delmenhorster hat an sein Bachelorstudium noch den Master drangehängt. Wenn er am Nachmittag wieder in Delmenhorst ist, tritt er seinen Dienst in den Jugendhäusern an und nach 20 Uhr setzt er sich noch an seinen Schreibtisch, bereitet Referate für die Uni vor, lernt Theatertexte auswendig oder übt auf seiner Gitarre, dem Saxofon oder neuerdings der Tuba. Seit einem Jahr lernt er dieses Instrument, mit dem er den Spielmannszug Ganderkesee unterstützt. Zudem übernimmt er in seiner Freizeit Rollen beim Niederdeutschen Theater und beim Bremer Waldau Theater. „Wenn sich die Chance dazu ergibt, würde ich die Schauspielerei auf jeden Fall dem Lehrerberuf vorziehen.“ Aber er weiß, dass die Chancen dafür gering sind. Bleibt bei so vielen Aktivitäten eigentlich noch Zeit für seine Freundin? „Wir versuchen, zumindest immer zusammen zu frühstücken.“ Ansonsten sehen sich die beiden im Jugendzentrum, wo sie auch einen Job hat. Bietet es sich da nicht an, gleich zusammenzuziehen? „Das ist definitiv geplant“, verrät Weise, „aber jetzt muss ich erst mal etwas alleine wohnen.“

th_homestory_03.jpgIn der 55 Quadratmeter gro­ßen Wohnung dominiert definitiv eine Farbe: Ob die Tapeten im Wohnzimmer im 70er-Jahre-Stil, die Vorhänge im Büro, der Schreibtischstuhl oder die Einbauküche – allesamt haben die Farbe Orange. Weise, der trotz seiner Tischlerlehre ein bekennender Ikea-Fan ist, hat alles geschmackvoll aufeinander abgestimmt und das Orange wie zum Beispiel in der Küche mit einem dunkelbraunen Tisch oder im Wohnzimmer mit einem dunkelbraunen Sofa kombiniert. Die Küche hat er selbst eingebaut und auch sein Gesellenstück, ein Schrank in Orange, hat einen Platz in seinem Wohnzimmer gefunden. „Ansonsten ist alles, sogar das Küchengeschirr und die Gläser, von Ikea.“ Die moderne Einrichtung ist gespickt mit älteren Stücken aus den 70er-Jahren. „Ich liebe alles, was aus dieser Zeit kommt.“ So hängt im Flur neben der Garderobe ein Gaststättenschild mit der bekannten Aufschrift: „Wir bitten, auf Ihre Garderobe selbst zu achten.“ Ein kleiner Ofen, den er selbst restauriert hat, steht im Flur und ein Sessel, den er im Theaterfundus entdeckt hat und der eigentlich auf den Sperrmüll sollte, lässt er nun neu mit Stoff beziehen. Kultig sind auch die bunten Telefone mit Wählscheibe in Grün und natürlich Orange, die er im Theaterfundus und bei eBay ergatterte.

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