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Titelmodel August 2010
Unser Titelmodel ist die Gewinnerin der aserbaidschanischen Castingshow „Yeni Ulduz“. Hierzulande kennt man Safura besser als heiß gehandelte Konkurrentin von Lena beim Eurovision Song Contest. Der Ausgang ist bekannt, doch die 17-Jährige mit dem exotischen Namen wie aus „Tausendundeine Nacht“ kämpft weiter um Aufmerksamkeit. Mehr über Safura auf Seite 41.

Bild: Zaphire Group

 

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Rock 'N' Roller

Der verrückteste Scooter der Stadt

th_roller_01.jpgAutos fahren in Zukunft womöglich mit Strom, Fahrräder gibt es schon heute mit Elektro-Hilfsantrieb. Das Thema Elektromobilität ist gerade groß in Mode. Doch das exotischste E-Mobil in unserer Stadt rollt auf einer einzigen Achse.

Kleine Denksportaufgabe für iPhone-Zuerstbesitzer und andere Trendsetter: Gesucht wird ein Gefährt mit hohem Aufmerksamkeits- und Neidfaktor, das aber auch ansatzweise alltagstauglich sein soll. Mal überlegen: der neue Flügeltür-Mercedes SLS vielleicht? Ist edel und selten – aber für uns Otto Normaldelmenhorster einfach viel zu teuer. Ein spektakulär aufgemotzter 3er BMW? Nein, gibt’s schon zu oft in der Stadt, ist eher peinlich. Ein knallbunter Mini vielleicht? Ist hübsch, aber inzwischen auch zu gewöhnlich. Limonadenhersteller, die irgendwie hippe junge Leute ansprechen wollen, haben gleich eine ganze Flotte davon. Langsam wird’s schwer. Bleibt noch der Segway-Roller, dieser E-Roller aus den USA, der auf nur einer Achse rollt. Neu sind die Dinger inzwischen zwar nicht mehr, ihre Vorstellung liegt schon Jahre zurück. Dennoch sind sie in unserem Stadtbild noch immer so selten zu sehen wie Eisbären in der Wüste.

th_roller_02.jpgInnenstadtjuwelier Barsaum Altuntas hat seit März solchen einen Segway-Roller. Und dessen Image-Wert ist ganz weit oben. Als Altuntas für die Fotoaufnahmen zu dieser Geschichte damit durch die City rollt, drehen sich die Köpfe. Auch die Hälse im Eiscafé werden länger, als der einachsige Scooter fast lautlos vorbeisaust. „So einen will ich auch“, brüllt jemand von der Seite. Viel mehr Aufmerksamkeit bekäme wohl auch die Nationalmannschaft bei einem Besuch in der Stadt nicht. Kostengünstig ist so viel Neidfaktor aber nicht. So ein Roller kostet so viel wie ein gebrauchter Kleinwagen, ca. 8.000 Euro, sagt Altuntas. Er nutzt sein Exemplar überwiegend, um damit die täglichen zwei Kilometer zur Arbeit zu fahren. „Meine Frau, die ihn nicht fahren will, sagt, ich sei verrückt.“ Wie kommt man überhaupt auf die Idee, sich so etwas zu kaufen? „Ich habe ihn im Fernsehen gesehen und mir gesagt: So einen  kaufe ich mir auch.“ Und da Altuntas nach eigenem Bekunden niemand ist, der etwas sagt, ohne es zu meinen, hat er sich den Roller tatsächlich angeschafft. Der hat eine Zulassung für den öffentlichen Straßenverkehr, daher hat er ein Versicherungskennzeichen, wie Mofas es haben, ferner Licht vorne und hinten und auch eine Klingel.
Gesteuert wird der Roller durch die sanfte Verlagerung des Körpergewichts. Leicht nach vorne beugen und dabei die Lenkstange sanft nach vorn schieben bedeutet, das Vehikel rollt los. Wieder leicht zurück und es bremst ab. Die Verschiebung der Stange nach rechts leitet eine Rechtskurve ein, die Bewegung nach links die Linkskurve. Umkippen ist dabei fast nicht möglich, Rückwärtsfahren hingegen schon.

20 km/h Spitze schaffe der Roller, sagt sein Besitzer, bis zu 40 Kilometer Reichweite seien möglich. Für eine Distanz von 100 Kilometern koste ihn der Strom rund 60 bis 70 Cent. Die Ladezeit, wenn er ganz leer ist, beträgt rund fünf bis sechs Stunden. Zum Laden der Akkus, die im Boden des Rollers untergebracht sind, wird einfach ein handelsübliches Stromkabel unten in den Roller gesteckt. Rechtlich ist das Fahren eines Segway-Rollers lediglich auf sogenannten Schutzstreifen, Radfahrstreifen, Radwegefurten und Radwegen erlaubt. Wo sie nicht vorhanden sind, darf Altuntas innerorts auch die Fahrbahn nutzen. Außerhalb geschlossener Ortschaften darf der Roller nur auf Straßen fahren, die keine Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen sind.

th_roller_03.jpgEine Art Wegfahrsperre hat das Gerät auch. Ohne den abnehmbaren Bordcomputer fährt es nicht. Altuntas nutzt seinen Segway übrigens nicht nur für die Fahrt zur Arbeit. „Ich fahre damit auch nach Ganderkesee.“ Und manchmal macht er auch einen Ausflug: seine Frau auf dem Rad, er auf dem Roller. „Und wenn sie nicht mehr kann, schiebe ich sie.“

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